Peter Lehmann: Artikel zu meinem Rauswurf aus dem Fachausschuss Psychopharmaka der DGSP wegen deren Wertschätzung hochdosierter Elektroschocks
Nach langer Vorbereitungszeit erschienen heute endlich diese beiden Artikel:
Lehmann, Peter (24. September 2026): »Zwangsweise, hochdosierte und fortgesetzte Elektroschocks – Rückschritt in die brutale Vergangenheit der Psychiatrie. Mit Anmerkungen zu meinem Rauswurf aus dem Fachausschuss Psychopharmaka der DGSP sowie Kommentaren von Martina G., Stephan Bert Antczack, Karin Roth, Martin Zinkler, U. Lewe und Markus Hüfner«. In: Mad in Deutschland. Wissenschaft, Psychiatrie & soziale Gerechtigkeit. Online-Publikation https://madindeutschland.org/zwangsweise-hochdosierte-und-fortgesetzte-elektroschocks-rueckschritt-in-die-brutale-vergangenheit-der-psychiatrie/
Lehmann, Peter (24. September 2026): »Zwangsweise, hochdosierte und fortgesetzte Elektroschocks – Rückschritt in die brutale Vergangenheit der Psychiatrie. Mit Anmerkungen zu meinem Rauswurf aus dem Fachausschuss Psychopharmaka der DGSP sowie Kommentaren von Martina G., Stephan Bert Antczack, Karin Roth, Martin Zinkler, U. Lewe und Markus Hüfner«. Ungekürzter Artikel mit freimütiger Nennung der Namen aller Beteiligten. Online-Publikation https://www.peter-lehmann.de/docu/ausschluss.htm
Zusammenfassung: Verändern sich gesellschaftliche Normalitäten in negativer Weise, spiegeln sich diese auch in der Psychiatrie, der Instanz zur Wahrung der Normalität. Dieser Text schlägt einen Bogen vom Kampf um Menschenrechte und humanistisch orientierte Hilfen für Menschen mit psychiatrischen Diagnosen und Problemen hin zu den dadurch vorprogrammierten Konflikten. Im Zuge der rechtsdriftenden Politikbewegung, des finanziellen Drucks auf Kliniken und der sich ausbreitenden psychopharmakabedingten Behandlungsresistenz wird hierzulande der seit dem Faschismus gegen das Gehirn gerichtete Elektroschock samt seiner zwangsweisen Verabreichung wieder als Standardbehandlung hoffähig. An der Haltung zum Elektroschock lässt sich erkennen, wer das Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit für unteilbar hält und wer es relativiert.
Es ist etwas durchaus Geläufiges und Banales, dass Störenfriede aus den eigenen Reihen und Arbeitskreisen ausgegrenzt werden, gelegentlich auch mit unlauteren Mitteln, sprich falschen Vorwürfen. Der Autor zeigt am Beispiel seines Rauswurfs aus dem Fachausschuss Psychopharmaka der Deutschen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie e.V. (DGSP), wie Psychiatrisierende im Besitz der Deutungshoheit bleiben und ihren Expertenmonolog ungestört fortsetzen wollen. Hatte diese Interessenorganisation sozialpsychiatrisch Tätiger 2008 noch das Verbot invasiver Methoden wie Elektroschocks und Psychochirurgie gefordert, wertschätzt die DGSP e.V. jetzt hochdosierte Elektroschocks und will dadurch dieser umstrittenen Behandlungsmethode Legitimität verschaffen.
Im Vergleich zur ›großen‹ Politik, wo Mord und Totschlag an der Tagesordnung sind, relativiert der Autor die subjektiven Folgen seiner Ausgrenzung: Die wahren Leidtragenden sind diejenigen Menschen – meistens Frauen und wehrlose alte Menschen –, die sich mit einseitiger interessengeleiteter Information gutgläubig serienweise Elektroschocks verabreichen lassen – mit gravierenden Risiken und oft irreversiblen Schäden für ihre Psyche, ihr Zentralnervensystem und ihre Organe.