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2026/1 - Krisen Kompass APP - Niedrigschwellige Hilfe bei Krisen

Die App für Krisen der Telefonseelsorge stellt ein besonders niedrigschwelliges Angebot für Menschen in akuten Krisen dar, insbesondere Menschen mit Suizidgedanken und deren Bezugspersonen. Menschen, die sich in solch schwierigen Situationen befinden haben oft Probleme, die nötige Energie aufzubringen, um sich Hilfe zu suchen und sind oft kontaktscheu. Der Griff zum Handy und der Kontakt mit der Maschine statt mit Menschen kann für manche Menschen also zum Lebensretter werden. 

 

Im Basismenü der App kann man zwischen folgenden Punkten auswählen: „Ich stecke in einer Krise“, „Ich denke öfter an Suizid“, „Ich sorge mich um jemanden mit Suizidgedanken“ und „Ich habe jemanden durch Suizid verloren“. Klickt man auf einen der Menüpunkte kann man dann entweder die App nutzen, um sich selbst und die eigene Stimmung anhand von vorgeschlagenen Fragen zu reflektieren, Wissen über die Situation zu erwerben, sich mögliche Schritte zur Bewältigung der Situation anzusehen, Kraftquellen in Form von Songs, Gedichten oder Sprüchen zu finden, oder seine Stimmung über mehrere Tage zu beobachten. Außerdem gibt es etliche Kontakte zur Krisenintervention, wie einen Direktlink zur Telefonseelsorge, weiteren chatbasierten Angeboten und Selbsthilfekoordinationsstellen, eine Funktion, die einem hilft, langsam ein- und auszuatmen (was extrem hilfreich ist, um sich selbst zu beruhigen) und personalisierbare Reiter, in denen man seine Unterstützer und bewährte Soforthilfemaßnahmen eintragen kann.

 

Alle Daten bleiben dabei laut Anbieter auf dem eigenen Gerät, es sei denn man teilt etwas aktiv.

 

Ich denke, die App macht einen sehr guten Eindruck. Sie ist sehr übersichtlich gestaltet und Nutzer*innen haben zu jeder Zeit die volle Kontrolle darüber, was sie als nächstes tun möchten. Sollte jemand feststellen, dass die Situation zu überwältigend oder akut gefährlich ist, als dass sie mit der App bewältigt werden kann, kann man weiterführende Hilfen auswählen. Natürlich kann so eine App keine Therapie, Krankenhausaufenthalt oder persönlichen Kontakte ersetzen, als Erste-Hilfe-Maßnahme für technikaffine Menschen, denke ich, kann sie aber sehr nützlich sein.

 

Natalie