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2025/2 - Kleiner Selbsthilfetag am 5.7.25 in Augsburg

Am 5.7.25 fand in Augsburg unser Selbsthilfetag statt. Wir hatten uns ein neues Konzept überlegt, bei dem wir uns überlegt haben, zusätzlich zu unserem psychiatriepolitischen Anspruch mal etwas Neues zu machen und zwar im kreativen Bereich. Die vermittelten Techniken sollten dabei helfen, sich selbst zu helfen. 

 

Wir trafen uns um 13. Uhr im Haus Tobias, einem Tagungszentrum der Klinikseelsorge der katholischen Kirche. Dieses Mal waren wir relativ viele Teilnehmer, 20 an der Zahl. Alle unsere Vorstände waren anwesend und die komplette Geschäftsstelle. 

 

Nach der Begrüßung durch Rudi gingen wir in den Raum, der für künstlerisches Gestalten vorgesehen war. Wir hatten die Kunsttherapeutin Marie-Louise Banhierl eingeladen, eine Künstlerin die Lebensfreude und Charisma ausstrahlte. Sie stellte uns eine Maltechnik vor, die Neurografik genannt wird. Vor uns hatten wir ein großes weißes Blatt Papier. Wir zogen fünf geschwungene Linien von links nach rechts und drei von unten nach oben mit einem schwarzen Stift. Die Linien sollten sich also kreuzen. Anschließend bildeten sich an den Kreuz-ungspunkten der Linien zweidimensionale Flächen. Wir rundeten die Ecken dieser Flächen mit dem schwarzen Stift ab. Schließlich malten wir die Flächen farbig aus. Wir hatten dazu Secorell-Farben zur Verfügung. Dies waren Stifte, von denen man Farbpigmente mit einer Feile abrieb, um dann mit dem Zeigefinger die Flächen auszumalen. 

 

Ich erwartete zunächst, dass das alles irgendwie am Ende gleich aussehen würde, aber weit gefehlt: Jeder einzelne Teilnehmer hatte seinen eigenen Stil, kein Bild glich dem anderen. 

 

Die Bilder waren so etwas wie ein unmittelbarer künstlerischer Ausdruck der Persönlichkeiten.

Die Therapeutin zeigte anschließend die Bilder vor der Gruppe, verzichtete dabei auf zu persönliche Deutungen, von denen sie bewusst absehen wollte, beschrieb aber ihren ersten Eindruck. Bei meinem Bild fiel ihr ein, dass es aussähe wie „Frühling“ und irgendwie „frisch“. Auch die malenden Personen konnten noch etwas zu ihrem Bild sagen. 

 

Diese Übung war sehr spannend. Jeder Teilnehm-er konnte sein Bild mit nach Hause nehmen. 

Anschließend gab es ein geselliges Zusammensein, Kaffeepause und Essen.

 

Natalie aus unserer Geschäftsstelle hatte vegane Speisen vorbereitet, Gemüse und sowohl eine Paste aus Auberginen als auch aus Kichererbsen. Wer stattdessen Pizza wollte, bekam diese in drei Variationen. 

 

Den nächsten Programmpunkt hatte Natalie vorbereitet: Sie baute mit uns einen Notfallkoffer für Skills (Fertigkeiten der Selbsthilfe bei Krisen).

 

Es galt zunächst, einen Karton in Kofferform zu falten, was gar nicht mal so einfach war. 

Natalie hielt einen spannenden Vortrag über das Thema Skills und warum wir sie gebrauchen können. Die Koffer wurden dann mit einem „Dankbarkeitstagebuch“ gefüllt. Es ist erwiesen, dass ein Gefühl von Dankbarkeit das seelische Gleichgewicht stärken kann. Außerdem konnte man noch Postkarten mit humorvollen Flüchen auswählen, denn auch mal Dampf abzulassen kann heilsam sein. Ebenso kamen Schildkröten aus Filz hinein. Schildkröten können ein starkes Symbol für Beharrlichkeit und Friedfertigkeit sein. Dazu gab es noch kleine Flaschen mit Duftölen, die das Befinden von einem Moment auf den anderen verbessern können zum Beispiel mit Vanille- oder Lavendelduft. 

 

Alle Teilnehmer beteiligten sich rege am Befüllen des Koffers. 

 

Der letzte Programmpunkt war das Singen von Mantras mit möglichst wenig religiösem oder kontroversem Inhalt, die den Zweck hatten, durch wiederholtes Singen einer Strophe Entspannung zu ermöglichen. Ich leitete die Übung an und begann mit „Tönen“. Das stammt aus dem Yoga und be-deutet, dass man verschiedene Vokale singt, um die einzelnen Chakren zu stärken. Wer damit nichts anzufangen wusste, könne einfach so singen und die einkehrende innere Ruhe spüren, sagte ich.

 

Ich hatte aus einem Buch mit internationalen Mantras zehn Stücke ausgewählt und ein Stück, welches unsere ehemalige Mitarbeiterin Nina komponiert hatte. Zu allen Stücken spielte ich Gitarre und es gab auch noch Unterstützung durch Trommeln und Rasseln. 

 

Das Resultat klang erstaunlicherweise sehr gut, obwohl von Laien gemacht. 

 

Am Abend endete dann der Selbsthilfetag und Rudi verabschiedete uns, nicht ohne ein Lob an die gesamte Geschäftsstelle, die die Veranstaltung zusammen organisiert hatte.

 

Tim Stubbe